Haushalt 2026 in Korschenbroich
Haushaltsreden mit klaren Zahlen – aber ohne klare Entscheidungen.
Die finanzielle Lage der Stadt Korschenbroich wurde in den Haushaltsreden offen und nachvollziehbar dargestellt. Die Herausforderungen sind real, die Zahlen sind bekannt, und der Handlungsdruck ist unbestritten. Transparenz allein reicht jedoch nicht aus, um Vertrauen zu schaffen und Perspektiven aufzuzeigen.
Was aus Sicht der FWG Korschenbroich fehlt, sind klare Prioritäten, eine erkennbare politische Steuerung und eine soziale Abwägung der vorgeschlagenen Maßnahmen. Einsparungen bei Personal und freiwilligen Leistungen werden pauschal benannt, ohne konkret zu sagen, wo gekürzt werden soll, welche Auswirkungen dies auf Bürgerinnen und Bürger hat und welche Bereiche bewusst geschützt werden.
Gerade freiwillige Leistungen sind oft das Rückgrat des sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens – hier braucht es Differenzierung statt Pauschalansätze.
Steuererhöhungen werden als alternativlos dargestellt, ohne gleichzeitig Ausgleichsmaßnahmen oder soziale Entlastungen zu benennen. Eine solche Argumentation greift zu kurz und wird der Verantwortung gegenüber den Menschen in unserer Stadt nicht gerecht. Haushaltskonsolidierung darf nicht einseitig zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger gehen.
Auch bei den Investitionen bleibt der Haushalt unklar. Zwar werden sie grundsätzlich verteidigt, doch eine transparente Priorisierung fehlt. Welche Projekte sind zwingend notwendig, welche können verschoben werden, welche müssen neu bewertet werden? Ohne klare Antworten entsteht der Eindruck, dass alles wichtig ist – und damit am Ende nichts wirklich entschieden wird.
Die Gewerbesteuer wird als Hoffnungsträger präsentiert, jedoch nicht als belastbare, strategisch unterlegte Einnahmequelle. Eine nachhaltige Wirtschaftspolitik braucht mehr als Optimismus: Sie braucht konkrete Konzepte zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts, zur Ansiedlung von Unternehmen und zur Sicherung bestehender Betriebe.
Zudem wird Verantwortung häufig nach außen verlagert – auf Bund, Land oder allgemeine Rahmenbedingungen. Diese spielen zweifellos eine Rolle, entbinden die kommunale Politik jedoch nicht von der Pflicht, eigene Entscheidungen zu treffen und klare politische Leitlinien zu setzen.
Unser Fazit:
Korschenbroich braucht keinen Haushalt der Resignation, sondern einen Haushalt der Entscheidungen. Einen Haushalt, der Prioritäten setzt, sozial ausgewogen ist, Investitionen klar steuert und ehrlich mit den Konsequenzen umgeht.
Korschenbroich braucht keinen Haushalt der Resignation, sondern einen Haushalt der Entscheidungen. Einen Haushalt, der Prioritäten setzt, sozial ausgewogen ist, Investitionen klar steuert und ehrlich mit den Konsequenzen umgeht.
Die FWG Korschenbroich bleibt dabei kritisch und konstruktiv. Nicht, um Mangel zu verwalten, sondern um Zukunft aktiv zu gestalten – verantwortungsvoll, transparent und im Interesse der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.